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Bewährte Praxis für modulare Stützmauerkonstruktionen Bewährte Praxis



Disclaimer


Diese Dokumentation hat sich zum Ziel gesetzt, herausragende Gestaltungs- und Ausführungsbeispiele modularer Stützmauerkonstruktionen zu erläutern, welche in mehr als 25 Jahren andauernder Forschung, Entwicklung und praktischer Anwendung durch die ALLAN BLOCK CORPORATION dokumentiert worden sind.

Dies darf jedoch nicht als ultimative Lösung von Bausituationen gesehen werden, vielmehr ist jedes Projekt in Planung und Ausführung individuellen Voraussetzungen und Bedingungen unterworfen. Der örtlich beauftragte Ingenieur zeichnet für die optimierten technischen Beurteilungen und Bewertungen der örtlichen Gesamtsituation verantwortlich. Dies zeichnet ihn aus und bietet dem Kunden und Bauherrn die Gewissheit sicherer und wirtschaftlicher Ausführungsleistungen.

Weder Auftragnehmer noch örtliche Bauleitung dürfen zu keiner Zeit von den genehmigten und freigegebenen Plänen und Festlegungen abweichen, welche durch den für die Planungsleistungen beauftragten Ingenieur angefertigt wurden. Die ALLAN BLOCK CORPORATION empfiehlt in diesem Zusammenhang die direkte Beauftragung des planenden Ingenieurs durch den Bauherrn.

Es ist festgelegt worden, daß der für die Planung beauftragte Ingenieur auch die Leistungen des bauleitenden Ingenieurbüros übernehmen sollte, da er am besten dafür geeignet ist, Verantwortung für die Umsetzung der Planungsleistung zu übernehmen. Dies hat Auswirkungen auf die Projektkoordination dahingehend, daß die Planung und Bauleitung entweder zusammen in einem Ingenieurbüro oder aber in Arbeitsgemeinschaft mit einem extern dafür beauftragten Fachberater stattfindet.

Der objektleitende Bauingenieur hat die Kontrolle über verschiedene Aspekte im Gesamtzusammenhang des Projektes und ist aus diesem Grunde bestmöglichst in der Lage, die Einbindung in den Bauprozess und den damit im Zusammenhang stehenden erforderlichen Informationsfluss aufrechtzuerhalten. Dies stellt sicher, daß die Anforderungen der Baustelle bei Umsetzung der Planungsleistung der Mauer berücksichtigt werden.

Sollte der objektleitende Bauingenieur wenig Kenntnisse über bestimmte Anwendungen und Einsatzbereiche von Stützmauerkonstruktionen besitzen, so sollte ein versierter Ingenieur für Stützmauern mit entsprechenden Kenntnissen und Erfahrungen beauftragt werden, um den objektleitenden Bauingenieur zu unterstützen.

Es wird empfohlen, den für die Ausführungsleistungen verantwortlichen Betrieb nicht für die Sicherstellung der Ingenieurleistungen zur Verantwortung zu ziehen.



Kapitel 12.0 Berücksichtigung des Bereiches der Mauerkrone

Berücksichtigung des Bereiches der Mauerkrone

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Klicken Sie auf die Themen unten, um mehr Informationen über die bewährte Praxis für den Entwurf von modularen Allan Block Stützmauern für private und gewerbliche Anwendungen zu erhalten.

Erläuterung zu den Konstruktionsrichtilinen: Als, "Bauherr" wird der Grundstückseigentümer oder dessen von ihm ernannte Vertreter bezeichnet.

12.1   Mindestlängen des Geogitters im Bereich der Mauerkrone

12.1   Mindestlängen des Geogitters

  1. In erdbebengefährdeten Zonen oder auch generell bei Auflasten oberhalb der Wand, Böschungen und zusätzliche Belastungen sind eingeschlossen, sollten die Geogitter der oberen Lagen üblicherweise auf eine Länge von ca. 90 % der Gesamtmauerhöhe, zumindest jedoch um zusätzliche 90 cm verlängert werden. Für den Fall, daß es im Bereich der oberen Geogitterlagen durch andere Einrichtungen oder Einbauten zu statischen Störungen der bewehrten Zone (Konsolidierungszone) kommt, ist es statisch unbedenklich und möglich die betroffene verlängerte Geogitterlage im Bereich eines tiefer in der Konstruktion vorgesehenen Geogitterstandortes einzubauen.
  2. Mindestlängen des Geogitters
  3. Der Teil der Mauer, welcher sich oberhalb der letzten Geogitterlage befindet sollte aus statischer Sicht dann als Schwerlastmauer betrachtet werden. Dabei sind sämtliche Parameter der verwendeten Bodenmaterialien sowie sämtliche zusätzlichen Auflasten zu berücksichtigen.

12.2   Zäune und Geländer

12.2   Details zum Zaunbau und anderen potentiellen Nebenbelastungen, welche durch Gegenstände verursacht werden, die sich ober- oder innerhalb des bewehrten Erdkörpers (Konsolidierungszone) befinden.

  1. Einrichtungen zur Verkehrsführung oder Zaunpfosten sollten grundsätzlich mindestens 90 cm von der Rückseite der Mauerkrone entfernt eingebaut werden, damit die korrekte Belastungen zur statischen Berechnungen der Kippsicherheit festgelegt werden kann.
  2. Falls es jedoch erforderlich sein sollte, die Zaunpfosten innerhalb dieses Bereiches von 90 cm direkt hinterhalb der Mauerkrone zu positionieren, so hat der Planer die tatsächlichen Kräfte zur Kippsicherheit, welche auf die Mauerkrone einwirken, bei der Konstruktion der Mauer zu berücksichtigen.
  3. Bei Geländern kommt es üblicherweise zu einer potentiellen Krafteinleitung von 0,74 kN/m im Bereich eines einfachen Handlaufes. Im Bereich des Sockels des Geländerpfostens werden diese Kräfte hingegen mit 2,92 kN/m rechnerisch angesetzt. Diese statischen Kraftannahmen stehen jedoch in Abhängigkeit zu den örtlichen Anforderungen der Bausituation.
  4. Die Einzelfundamente für Pfosten werden üblicherweise mithilfe handelsüblicher Betonrohre hergestellt. Diese werden an den gewünschten Stellen in zentrierter Ausrichtung zu den späteren Standorten der Pfosten während des Baufortschrittes des Mauerbauwerkes mit eingebaut. Falls die Pfosten jedoch nach Fertigstellung des Bauwerkes eingebaut werden sollen, ist die Ausschachtung zur Herstellung des Einzelfundamentes durch Handschachtung herzustellen. Erdbohrer sollten hierzu nicht benutzt werden, da diese die Geogitterlagen ernsthaft beschädigen können.

12.3   Böschungen oberhalb der Mauer

12.3   Hinweise zur lagenrichtigen Anordnung und Verdichtung einer Böschung oberhalb des Mauerbauwerkes.

  1. Die Herstellung gebrauchstauglicher Aufbauhöhen und damit zusammenhängende Verdichtungsleistungen sollten sich an den Empfehlungen des Baugrundgutachtens orientieren. Sichten Sie hierzu Kapitel 6.0 Böden und Verdichtung.

12.4   Bewehrung von Böschungen

12.4    Stabilität von Böschungen oberhalb von Mauern

  1. Bei der Konstruktion von Erdbauwerken ist die Begrenzung der Steigungsverhältnisse von Böschungen oberhalb eines Mauerbauwerkes zu berücksichtigen.
    1. Innerhalb statischer Konstruktionen ist es nicht zulässig, daß das maximale Steigungsverhältnis unbewehrter Böschungen oberhalb einer Mauer den Wert des Reibungswinkels des Bodenmaterials übersteigt, mit dem die Böschung aufgebaut wird.
    2. Innerhalb seismisch belasteter Konstruktionen ist es nicht zulässig, daß das maximale Steigungsverhältnis unbewehrter Böschungen oberhalb einer Mauer den Wert des Reibungswinkels des Bodenmaterials der Böschung abzüglich des Wertes des Winkels der seismisch wirksamen Trägheitskraft übersteigt. Der Winkels der seismisch wirksamen Trägheitskraft errechnet sich aus dem horizontalen (kh) und vertikalen (kv) seismischen Koeffizienten. Der beauftragte Baugrundgutachter ermittelt diese Werte immer bezogen auf die entsprechende Baumaßnahme.
    Falls die gewünschte Gestaltung der Böschung oberhalb des Mauerbauwerks ein oder beide der vorgenannten Einschränkungen überschreitet, so hat der konstruierende Planer die gewünschte Böschung mittels eines Programmes zur Gesamtbetrachtung der Stabilität zu analysieren und nach Erfordernis mit einer Bewehrung zu versehen.
  2. Für Mauern mit Böschungen oberhalb des Mauerbauwerkes, welche ein Steigungsverhältnis mehr als 3:1 aufweisen und/oder aus standschwachen Bodenmaterialien erstellt oder unter seismischen Belastungen stehen, ist zu empfehlen, daß der Aufbau der Böschung mit stabilisierenden Geogitterlagen durch den konstruierenden Planer angeordnet wird. Die Länge dieser Geogitterlagen entspricht in der Regel den überlicherweise im Bereich des Mauerbauwerkes verwendeten Geogitterlängen. Die im Mauerbauwerk hergestellten vertikalen Abstände der Geogitterlagen sind entsprechend zu übernehmen.

12.5   Anforderungen an die Verdichtung von Böschungen oberhalb der Mauer

12.5   Böschungen oberhalb von Mauerbauwerken sind in Abstimmung der Empfehlungen des Baugrundgutachtens zur Herstellung gebrauchstauglicher Aufbauhöhen und damit zusammenhängender Verdichtungsleistungen entsprechend aufzubauen und zu verdichten.

12.6   Bewehrung von Böschunen oberhalb von Mauern

12.6   Die Bewehrung der Böschung oberhalb von Mauern kann erforderlich sein, um eine ausreichende Stabilität des gesamten Mauerbauwerkes zu gewährleisten. Weisen diese Böschungen ein Steigungsverhältnis von mehr als 1:3 auf und/oder sind aus standschwachen Bodenmaterialien erstellt oder stehen unter seismischen Belastungen, so ist zu empfehlen, die Länge der Geogitterlagen für die Bewehrung de Böschung an die den überlicherweise im Bereich des Mauerbauwerkes verwendeten Geogitterlängen anzupassen. Die innerhalb des Mauerbauwerkes hergestellten vertikalen Abstände der Geogitterlagen sind entsprechend zu übernehmen.

12.7   Pflanzungen

12.7   Hinweise zu Pflanzungen in Bereichen oberhalb von Mauerbauwerken

  1. Pflanzungen im Bereich des bewehrten Erdkörpers sind im Allgemeinen statisch unbedenklich und können diesen möglicherweise sogar stabilisieren und damit dessen statische Leistungsfähigkeit steigern. Folgende Voraussetzungen sind hierzu erforderlich:
    1. Der Pflanzplan des Landschaftsarchitekten sollte vom die Mauer konstruierenden Planer zusammen mit dem Bauherrn auf dessen Möglichkeiten zur Realisierung unter Berücksichtigung der Größe der Wurzelballen und dem Gefährdungspotential der Störung der Geogitterlagen geprüft und freigegeben werden.
    2. Die Gestaltungskriterien können in die technischen Projektunterlagen übernommen werden.
    3. Erdbohrer dürfen niemals innerhalb des mit Geogitter bewehrten Bereiches eingesetzt werden.
    4. Berücksichtigen Sie die Auswirkung übermäßiger Bewässerung. Sichten Sie hierzu das Kapitel 3.0 Wasserbewirtschaftung.