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Bewährte Praxis für modulare Stützmauerkonstruktionen Bewährte Praxis



Disclaimer


Diese Dokumentation hat sich zum Ziel gesetzt, herausragende Gestaltungs- und Ausführungsbeispiele modularer Stützmauerkonstruktionen zu erläutern, welche in mehr als 25 Jahren andauernder Forschung, Entwicklung und praktischer Anwendung durch die ALLAN BLOCK CORPORATION dokumentiert worden sind.

Dies darf jedoch nicht als ultimative Lösung von Bausituationen gesehen werden, vielmehr ist jedes Projekt in Planung und Ausführung individuellen Voraussetzungen und Bedingungen unterworfen. Der örtlich beauftragte Ingenieur zeichnet für die optimierten technischen Beurteilungen und Bewertungen der örtlichen Gesamtsituation verantwortlich. Dies zeichnet ihn aus und bietet dem Kunden und Bauherrn die Gewissheit sicherer und wirtschaftlicher Ausführungsleistungen.

Weder Auftragnehmer noch örtliche Bauleitung dürfen zu keiner Zeit von den genehmigten und freigegebenen Plänen und Festlegungen abweichen, welche durch den für die Planungsleistungen beauftragten Ingenieur angefertigt wurden. Die ALLAN BLOCK CORPORATION empfiehlt in diesem Zusammenhang die direkte Beauftragung des planenden Ingenieurs durch den Bauherrn.

Es ist festgelegt worden, daß der für die Planung beauftragte Ingenieur auch die Leistungen des bauleitenden Ingenieurbüros übernehmen sollte, da er am besten dafür geeignet ist, Verantwortung für die Umsetzung der Planungsleistung zu übernehmen. Dies hat Auswirkungen auf die Projektkoordination dahingehend, daß die Planung und Bauleitung entweder zusammen in einem Ingenieurbüro oder aber in Arbeitsgemeinschaft mit einem extern dafür beauftragten Fachberater stattfindet.

Der objektleitende Bauingenieur hat die Kontrolle über verschiedene Aspekte im Gesamtzusammenhang des Projektes und ist aus diesem Grunde bestmöglichst in der Lage, die Einbindung in den Bauprozess und den damit im Zusammenhang stehenden erforderlichen Informationsfluss aufrechtzuerhalten. Dies stellt sicher, daß die Anforderungen der Baustelle bei Umsetzung der Planungsleistung der Mauer berücksichtigt werden.

Sollte der objektleitende Bauingenieur wenig Kenntnisse über bestimmte Anwendungen und Einsatzbereiche von Stützmauerkonstruktionen besitzen, so sollte ein versierter Ingenieur für Stützmauern mit entsprechenden Kenntnissen und Erfahrungen beauftragt werden, um den objektleitenden Bauingenieur zu unterstützen.

Es wird empfohlen, den für die Ausführungsleistungen verantwortlichen Betrieb nicht für die Sicherstellung der Ingenieurleistungen zur Verantwortung zu ziehen.



Kapitel 3: Regelbauweise zur Wasserbewirtschaftung

Wasserbewirtschaftung

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Klicken Sie auf die Themen unten, um mehr Informationen über die bewährte Praxis für den Entwurf von modularen Allan Block Stützmauern für private und gewerbliche Anwendungen zu erhalten.

Erläuterung zu den Konstruktionsrichtilinen: Als, "Bauherr" wird der Grundstückseigentümer oder dessen von ihm ernannte Vertreter bezeichnet.

3.1    Ermittlung möglicher Ursachen des Auftretens von Wasser

3.1    Ermitteln Sie örtlich vorhandene Ursachen des Aufkommens von Wasser, wie z.B. Sinkkästen oder anderer Entwässerungseinrichtungen. Stimmen Sie sich mit bauleitenden Projektingenieur ab, um sicherzustellen, daß Wasser zu keiner Zeit in den bewehrten Erdkörper eingeleitet wird bzw. dorthin gelangt. Berücksichtigen Sie dabei sowohl die Auswirkungen einer übermässigen künstlichen Bewässerung als auch die von natürlichen Grundwasserquellen.

Bewirtschaftung von Oberflächenwasser

Abbildung 3-1 Bewirtschaftung von Oberflächenwasser

  1. Verwenden Sie die Hinweise zur Wasserhaltung in Abschnitt 3 des Allan Block Spec Book.
    1. Offene Wasserableitung
      1. Die Ableitung des Wassers hat von der Mauerkrone und von der Mauerunterkante weg zu führen.
      2. Böschungen oberhalb der Mauerkrone sollten offene Mulden oder Rinnen im Bereich der Böschungskrone aufweisen, um zu verhindern, daß Wasser über die Mauerkrone fließen kann.
      3. Während der Bauphase darf sich in den Bereichen oberhalb und unterhalb des herzustellenden Mauerbauwerkes kein Oberflächenwasser in Form von Pfützen aufstauen oder dort zurückgehalten werden. Die täglichen Teilbauleistungen sind durch eine gezielte Wasserableitung stets frei von der Einwirkung von Oberflächenwasser zu halten.
      4. Technische Bauteile, wie z. B. Rückstauklappen, sind einzubauen, um beispielsweise eine drohenen Überflutung durch einen Wasserrohrbruch oder defekten Anschlüssen von Bewässerungseinrichtungen oberhalb des Mauerbauwerkes zu verhindern.
  2. Hof- bzw. Straßensinkkästen sowie andere Ein- bzw. Ablaufeinrichtungen sollten zusätzlich mit ergänzenden Packungen aus Gesteinskörnung umgeben werden, um im Falle eines drohenden Wasseraustrittes an den Rohrführungen zusätzliche Drainagewirkung zu erhalten.
  3. Falls es zum Einbau von Sparten jeglicher Art innerhalb der bewehrten Konsolidierungszone kommt, sind diese ebenso fachgerecht mit den dafür zugelassenen Gesteinskörnungen einzubauen. Dies gewährleistet ausreichende Verdichtungswerte gerade für diese Zonen.

3.2    Flächen- und Vertikaldrainagen

3.2   Nutzen Sie eine Kombination aus Flächen- und Vertikaldrainagen.

  1. Falls vorhandene Böden zum Herstellung des Bauwerkes genutzt werden, die keine kornabgestuften Eigenschaften aufweisen, sollte der Einbau einer Flächen- und Vertikaldrainage berücksichtigt werden. Dies stellt sicher, daß der Verfüllboden der Konsolidierungszone stets so trocken als möglich bleibt. Falls keine anderslautenden Anordnungen seitens des Baugrundgutachters bestehen, sollte die Kombination aus Flächen- und Vertikaldrainage immer dann zum Einsatz kommen, wenn Verfüllböden einen Reibungswinkel von kleiner als 30 Grad phi aufweisen. Die Bestimmung des Reibungswinkels wird dabei ohne die Einflußfaktoren der Kohäsion bewertet.
  2. Flächen- und Vertikaldrainagen sollten ebenso bei im Bereich des Mauerbauwerkes auftretenden Sickerwassers eingebaut werden.
  3. Beachten Sie die Regeldetails zu ALLAN BLOCK Flächen- und Vertikaldrainagen.
  4. Die Gesteinskörnung des Drainagematerials hat der des Materials zu entsprechen, welches für die Verfüllung der Mauerschale verwendet wird. Weiterführende Informationen zum Gesteinsmaterial, welches zur Verfüllung der Mauerschale zu verwenden ist, erhalten Sie im Kapitel 2 Regelbauweise für Mauerbauwerke.
  5. Fertiggestellte Flächen- und Vertikaldrainagen sind durch den Baugrundgutachter und/oder die örtliche dafür bevollmächtigte Bauleitung abzunehmen und auf deren Gebrauchstauglichkeit hin zu prüfen.

3.3    Anschlüsse von Drainageleitungen

3.3    Anordnung, Produkttyp und Anschlüsse von Drainrohrleitungen

  1. Nutzen Sie die Abschnitte 1.4 und 1.5 im Allan Block Spec Book, die sich mit der Wasserhaltung befassen.
  2. Es wird empfohlen, perforierte flexible oder starre Drainleitungen mit der Nennweite DN 100 zu verwenden.
  3. Werden starre perforierte Drainleitungen zum Einbau gewählt, so ist darauf zu achten, daß die Perforierungen beim Einbau nach unten zeigen.
  4. Sämtliche Drainleitungen sind entweder offen auszuleiten oder an unterirdische Versickerungssysteme anzuschließen. Nutzen Sie die ALLAN BLOCK Regeldetails für alternative Bauweisen zur Wasserhaltung bei der offenen Ausleitung von Drainleitungen.
    1. Bei Ausführung der Leitungsarbeiten ist eine Anordnung der Drainleitung mit einem Längsgefälle von mindestens einem Prozent erforderlich, wobei spätestens alle 15 Meter eine Ausleitung oder ein Anschluß an den Vorfluter zu erfolgen hat. Wird die Drainleitung zwischen zwei Ausleitungen oder Anschlüssen mit einem mittigen Hochpunkt versehen, so sind diese spätestens im Abstand von 30 Metern zu realisieren.
    2. Alle Ausleitungen oder Anschlüsse der Drainleitungen sind so herzustellen, daß gegen Beschädigungen oder Verstopfungen durch jegliche Ursachen oder Einflüsse geschützt sind.

3.4    Oberirdische Wasserbewirtschaftung

3.4    Plan zum Bewirtschaftung des Oberflächenwassers mit Angaben zur Flächengestaltung von Bereichen mit darunter liegenden verdichteten Bodenmassen.

  1. Oberflächenwasser, welches nicht vom Mauerbauwerk direkt abgeleitet werden kann, ist in offenen Mulden und Gerinnen zu sammeln und seitlich abzuleiten. Dies dient dazu, das eigentliche Mauerbauwerk vor dem direkten Eintrag von Wasser zu schützen und dieses abseits der Konstruktion verteilt abströmen oder versickern zu lassen. Die Herstellung von offenen Mulden oder Gerinnen hat sich an dem Regeldetail in der Zeichnung Nummer 2.0 zu orientieren. Für die Abwägung der Gestaltung von Bereichen oberhalb der Mauerkrone sichten Sie ebenso Kapitel 12.